Präambel

Das Buch ist das Ergebnis eines „künstlerisch-wissen-schaftlich-grotesken Forschungsprojekts.“ In 12 Kapiteln wird das Projekt in der Form von e-mail-Korrespondenzen entwickelt. Die figurlichen Materialassemblagen Bernhard Nürnbergers, von denen einige Exemplare 2007 in der Bibliothek der UdK-Berlin ausgestellt waren, werden mit einer fiktiven Genealogie ausgestattet, die bis in die Antike zurückreicht. Die Assemblagefiguren werden zu „Gryllen“, abgeleitet vom antiken Begriff gryllos nach Plinius. Dies wird mit eine Bilder- und Zitatsammlung aus den Literatur- und Kunstgeschichte zum Komplex Fabelwesen und Grotesken „belegt.“ Eine weitere Quelle ist der persönliche Bilderfundus des Künstlers seit den 60er Jahren. Die Materialfiguren, die seit etwa 1984 in einem Zeitraum von ca. 25 Jahren entstanden, führen bei Ausstellungen und Installationen eine Art Eigenleben. Leitmotiv ist die als Konflikt inszenierte wechselseitige Bedingtheit von Assemblage, Skulptur und Malerei im Werk Bernhard Nürnbergers. Das Buch endet mit der Rückkehr einer der Gryllen, der Figur „Lorna“, in die Bibliothek der UdK, in deren Regalen Text- und Bildwelt ihre fiktionalen Herkunft gespeichert ist.